die Leitlinien

Die unten beschriebenen Leitlinien sind nicht mehr Grundlage der Waldkita und können nicht ungesetzt werden

Die Waldkita schließt und eine Regelkita wird eröffnet.

Leitlinien der Natur- und Waldkita Nied

Der wertschätzende und bedürfnisorientierte Umgang mit jungen Menschen, der in den Leitlinien manifestiert ist, ist das treibende Motiv des Fördervereins die Natur- und Waldkita tatkräftig zu unterstützen.

 

„Zeit in der Natur ist Entwicklungszeit“.

Sie bietet Anlass für freie Entfaltungs- und Bewegungsmöglichkeiten und macht aus den Kindern echte Entdecker und Forscher. „Kinder lernen von Erfahrungen, die unter die Haut gehen. Kein Wunder, dass sie bei ihrem Spielen zunächst die ursprünglichsten aller Erfahrungen suchen – den Umgang mit den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde“ (Renz-Polster & Hüther 2013, 44). Beispiele

 

Bindungssicherheit und Geborgenheit sind Entfaltungsgrundlage.

Nur wenn ein Kind emotional sicher gebunden ist und sich in seiner Umgebung wohl fühlt, ist es in der Lage zu explorieren. Daher wird der Prozess des Ankommens nicht zeitlich begrenzt, sondern jedem Kind die Zeit eingeräumt, die es dafür benötigt sich sicher zu binden. Die Eltern sind der sichere Hafen aus dem die Kinder auslaufen können und in den sie immer wieder zurückkehren und verweilen können. Beispiele

 

Beziehung statt Erziehung
Im Vordergrund steht nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, die mehr Kooperation und gemeinsame Kreativität im Zusammenleben ermöglicht. Voraussetzung hierfür ist die Gleichwürdigkeit von Erwachsenen und Kindern. „Gleichwürdigkeit bedeutet, dass Menschen jeden Alters von gleichem Wert sind. Man respektiert gegenseitig die persönliche Würde und Integrität“ (Juul 2012). Beispiele

 

Unsere Sprache ist wertschätzend

Sprache ist etwas Alltägliches. Wir möchten Sprache bewusst benutzen und somit für die Kinder und das Team einen Raum schaffen, indem respektvoll und achtsam miteinander gesprochen wird. Die Haltung und Gesprächstechnik der gewaltfreien Kommunikation hilft in angespannten Konfliktsituationen konstruktiv im Gespräch zu bleiben und aufrichtig und gelassen zu reagieren. (Vgl. Rosenberg, Marshall 2012) Wir vermeiden eine bewertende Sprache und lehnen Belohnung und Bestrafung in jeglicher Hinsicht ab. Vielmehr geben wir Empathie und benennen die jeweiligen Gefühle und schauen auf die individuellen Bedürfnisse. Beispiele

 

Respektvoll und achtsam miteinander leben.

In unsere Arbeit fließen auch die pädagogischen Vorstellungen Emmi Piklers mit ein. Ihr Kerngedanke beinhaltet, dass „durch Achtung und Wertschätzung dem allerkleinsten Menschen gegenüber, der Weg zu einem gesunden und selbstbestimmten Erwachsenenleben führt“. Wickeln, Hände waschen, Nase putzen u.s.w. werden daher nicht ohne Erlaubnis des Kindes durchgeführt. „Lasst mir Zeit“ ist dabei eine wichtige Aufforderung für alle Lebensbereiche. Die kindliche Entwicklung kann nicht beschleunigt werden. Kinder sind kompetente Wesen, deren Bedürfnisse wahrgenommen werden müssen. Eigene Lernschritte sind nicht abzunehmen. Vielmehr ist es Aufgabe der BegleiterInnen, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und sie beim Lernen behutsam zu begleiten. Beispiele

 

Die selbsttätige und selbstbestimmte Auseinandersetzung mit der Umwelt bildet.

Wir teilen mit Maria Montessori den Standpunkt, dass sich das Kind in der aktiven Auseinandersetzung mit der Umwelt entwickelt. Hierfür schaffen wir in unseren Räumlichkeiten das, was in der Natur automatisch gegeben ist: eine „vorbereitete Umgebung“. D. h. es stehen ausgewählte kindgerechte Materialien für die Kinder gut erreichbar zur Verfügung. Sie können innerhalb dieser Umgebung ihr Handeln selbst bestimmen und sich somit selbsttätig bilden. Beispiele

 

Greifen wird zu begreifen.

Kinder haben das natürliche Bedürfnis alles „zu berühren, zu riechen und zu schmecken“. Maria Montessori leitet daraus ihre Erkenntnis ab, dass kindliches Lernen nicht auf abstraktem Wege, sondern grundsätzlich über die Sinne des Kindes erfolgt. Diese anregende Lernumgebung finden wir in optimaler Form in der Natur wieder. Beispiele

 

Irrwege sind Chancen.

Die Kinder selbstständig und nicht nur im übertragenen Sinne, ihren Weg finden zu lassen – auch bei „querdenkerischen“ Ideen – bedeutet für die BegleiterInnen, dass sie die Kinder ernst nehmen und sie auf ihrem Weg wertschätzend begleiten. Beispiele

 

Heterogenität ist bereichernd.

Vielfalt ist uns auf verschiedenen Ebenen wichtig. Unsre Einrichtung ist nicht konfessionell gebunden und damit allen Religionen und atheistischen Weltanschauungen gegenüber offen. Darüber hinaus streben wir eine Durchmischung aller Bildungsschichten an. Neben diesen beiden Heterogenitätsmerkmalen ist uns eine Altersdurchmischung innerhalb der Gruppe wichtig, da es Belege dafür gibt, dass sich Kinder dann körperlich, geistig und emotional „strecken“ und deren Spiel kreativer und ausdauernder wird. Zudem findet eine andere Art der sozialen Interaktion statt, in der Kinder unter anderem Zuwendung und Empathie erlernen (vgl. Renz-Polster 2011, 57f). Beispiele

 

Das Malspiel ist bewertungsfrei.

Die Kinder bekommen bei uns die Möglichkeit ihre Kreativität und Fantasie frei zu entfalten. Dazu zählt zum Beispiel das „Spielen mit Form und Farbe“, das geschützt vor den Ansprüchen der Außenwelt vollkommen bewertungsfrei stattfinden soll (vgl. Stern 1998).  Das Malspiel und alles kreative Schaffen ist in unserer Einrichtung bewertungsfrei, d.h. Bilder werden weder gelobt noch kritisiert noch interpretiert. Bilder werden nicht veröffentlicht oder mit nach Hause gegeben. Sie bleiben im Malort. Kinder begreifen ihre Welt im Spiel. Dies ist die Grundlage für emotionale und geistige Prozesse. Wir möchten, dass die Kinder ihre Kreativität und Fantasie nutzen, ausleben und erhalten dürfen. Unser Atelier, bietet daher einen geschützten Raum und gibt den Kindern die Sicherheit zurück ihrer inneren Spur zu folgen.Beispiele

 

 

Literaturverzeichnis

  • Karl, Reinhard (2008). Dokumentarfilm: „Kinder“. Trailer
  • Juul, Jesper (2009). Das kompetente Kind. Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie. Ro_Verlag
    Wild, Rebeca (1983). Erziehung zum Sein. Erfahrungsbericht einer aktiven Schule. Arbor-Verlag, Freiamt
  • Wild, Rebeca (1993). Kinder im Pesta. Erfahrungen auf dem Weg zu einer vorbereiteten Umgebung für Kinder. Arbor-Verlag, Freiamt
  • Kohn, Alfi (2015). Liebe und Eigenständigkeit. Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung. Arbor Verlag
  • Montessori, Maria (2010). Kinder sind anders. Kinder fordern uns heraus. 15. Auflage. Klett-Cotta: Stuttgart
  • Renz-Polster, Herbert (2011). Menschenkinder. Plädoyer für eine artgerechte Erziehung. Kösel-Verlag: München.
  • Renz-Polster, Herbert & Hüther, Gerald (2013). Wie Kinder heute wachsen. Natur als Entwicklungsraum. Ein neuer Blick auf das kindliche Lernen, Fühlen und Denken. Belz: Basel.
  • Stern, Arno & Stern, Eléonore (1998). Der Malort. Daimon Verlag: Einsiedeln.

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